07243 9454-277

Hospizdienst für Stadt und Landkreis Karlsruhe

Getragen von bürgerschaftlichem Engagement

Hospizdienst für Stadt und Landkreis Karlsruhe

Getragen von bürgerschaftlichem Engagement

Interessierte Lehrer melden sich bitte bei Frau Bader unter 07243 9454- 240 oder per Mail an info@hospizdienst-ettlingen.de. Es entstehen keine Kosten.

Hospiz macht Schule


„Das macht mir immer wieder große Freude…“

Ein Artikel von Susanne Goldmann, Hospizhelferin, tätig in untersch. Bereichen und Vorsitzende des Fördervereins Hospiz e.V. 1999 – 2003

 

Seit 20 Jahren bin ich im Hospizdienst tätig, u. a. auch bei „Hospiz macht Schule“. Anfänglich war ich bei den „Großen“ in Realschulen und Gymnasien und später dann bei den „Kleinen“ – in der 4. Klasse in Grundschulen. Und dabei bin ich auch geblieben, da ich von den entsprechenden Lehrerinnen immer wieder angefordert werde.

Diese Unterrichtsstunden machen mir immer viel Freude, die Kinder sind noch so „unverbraucht“, aufgeschlossen und wissbegierig. Und sie geben zum Gehörten entsprechende Kommentare − und zwar gleich und spontan.

Die Stunden stehen meistens unter der Überschrift „Leben, Tod und Trauer“ oder „Zum Leben gehört der Tod“ – wie es im Curriculum vorgegeben ist.
Wir sprachen also vom Tod. Ein Bub meldet sich und sagt: „Meine Oma ist schon gestorben“, sein Nachbar: „ja, und bei mir ist der Hamster gestorben. Aber der war gar nicht tot, der hat dann noch etwas gelebt.“

Darauf ein anderer: „Du Idiot, bei Menschen is dot richtig dot. Bei Tieren isch das eben anderscht“. (Die Lehrerin hat das gleich korrigiert!) Wir sprachen dann auch über Schwerstkranke zuhause oder im Krankenhaus.
Kurze Zeit später – auf dem Markt – sprach mich eine Mutter mit ihrer Tochter an: „Ach, Sie waren das“, sagt mir grad meine Tochter. „Sie haben doch in Religion über das Hospiz gesprochen und über Besuche bei Kranken. Also wissen Sie, meine Tochter hat allen Verwandten, Bekannten und allen Nachbarn erzählt, was die machen müssen, wenn sie Krankenbesuche machen. Die dürfen überhaupt niiiie die Hand auf die Hand der Kranken legen, die eigene ist nämlich viel zu schwer.

Nein, die müssen die eigene Hand „wie eine Schale“ unter die Hand der Kranken legen! Immer!“
Tja, so habe ich es auch gelernt und weiß, wie wichtig das ist. — Und wie schön es ist, wenn die Kinder das so gut aufnehmen, dass sie es wahrscheinlich nie mehr vergessen.

Susanne Goldmann

„Alle Fragen offen und authentisch beantworten“

Ein Artikel von Anja Liebmann, Fachpflegekraft im Hospiz „Arista“

 

Als ich vor ca. 5 Jahren gefragt wurde, ob ich bei „Hospiz macht Schule“ mitmachen möchte, war ein Argument: meine drei eigenen „Schul-Kinder“.

Ich war mir unsicher, ob das meine Befähigung erhöht, die Hospizarbeit vorzustellen; Sterben, Tod und Trauer wieder als etwas in die Gesellschaft zurückzuholen, was zum Leben gehört wie das Atmen?!

Meine Kinder haben mir schon sehr früh zu diesen Themen Löcher in den Bauch gefragt, sind zu Beerdigungen mitgekommen und zu den sterbenskranken Urgroßeltern. Aber man muss keine Mutter sein, um sich mit diesen nicht so sonnigen Seiten des Lebens zu beschäftigen.

Im Laufe der Arbeit hat es mich immer mehr fasziniert, wie auch schon kleine Kinder – Vorschulkinder – ganz praktisch, unvoreingenommen und angstfrei Zugang zu diesen „schweren“ Themen gesucht, Fragen gestellt und sich Gedanken gemacht haben.

Wichtig ist es, dass ich ehrlich und authentisch antworte! Gerade bei älteren Kindern/Jugendlichen, die eher still sind, wo Gedanken und Gefühle sich sortieren müssen, die das Thema nicht täglich beschäftigt, sie aber doch interessiert. 

Egal welches Alter, ich muss immer mit persönlichen Fragen rechnen und dies zulassen können! „Haben sie Angst vorm Tod?“

Ich freue mich immer sehr von meiner erfüllenden Arbeit in der Sterbebegleitung und vom Hospiz erzählen zu dürfen, von Würde, Lebensqualität, möglichst hoher Selbstbestimmtheit, Palliativmedizin und Schmerztherapie.

Die Kinder/Schüler erfahren, dass man nicht allein sein muss… vor allem bei Trauer!
Am Ende unserer Begegnung ermutigen wir die jungen Menschen immer, ihr eigenes Leben auszukosten, es bewusst zu leben!

Aber ehrlich: Der jugendliche Gedanke, man hätte alle Zeit der Welt und die Welt stünde einem offen… hat sicher jeden von uns schon beflügelt!

Anja Liebmann

Darum unterstütze ich das Palliative Care Team "Arista"

"Zuhören und Reden kann so hilfreich sein."

Bettina Herzog  (Hospizhelferin)
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